HEBRÄER 1,1-9 HIMMLISCHE GEBURT

Nur die irdische Auferstehung oder auch eine himmlische Geburt?

Die biblische Beschreibung der Geburt Jesu wird besonders als „Beweis“ verwendet, dass Jesus „nur“ im Sinne Seiner irdischen Geburt der Sohn Gottes ist. Beim genaueren Studium dieses Kapitels können wir aber erkennen, dass in diesen Versen sowohl himmlische Geburt als auch irdische Auferstehung beschrieben sind.

  • „Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat Er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne, Den Er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch Den Er auch die Welten gemacht hat; Welcher, der Abglanz Seiner Herrlichkeit und der Abdruck Seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort Seiner Macht tragend, nachdem Er die Reinigung der Sünden bewirkt, Sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe; indem Er um so viel besser geworden ist als die Engel, als Er einen vorzüglicheren Namen vor ihnen ererbt hat. Denn zu welchem der Engel hat Er je gesagt: ´Du bist Mein Sohn, heute habe Ich Dich GEZEUGT´? Und wiederum: Ich will Ihm zum Vater, und Er soll Mir zum Sohne sein?“ {Hebräer 1,1-5}

Das Wort ´gezeugt´, Original: ´gennaó´ im fünften Vers bedeutet NICHT eine Auferstehung, sondern die wörtliche Geburt, in diesem Falle die himmlische, vor der Erschaffung des Universums. Das original-griechische Wort erlaubt keine Alternative, es besitzt keine zweite Bedeutung einer Auferstehung:

γεννάω = gennaó = gebären = beget, bring forth, give birth to

Die oberen fünf Verse beschreiben das Leben Jesu als wörtlichen Sohn, auch vor der Ewigkeit und vor der Auferstehung. 

Der Geist der Weissagung erklärt eindeutig, dass diese Verse nur diese Bedeutung haben, und dass Jesus Sich immer als Sohn vorgestellt hatte, auch bei den Patriarchen wie Adam oder Abraham, bis heute, und nicht nur beim irdischen Aufenthalt als Messias.

  • „Der Sohn Gottes hat den ersten Menschen die Erlösung versprochen. Er war Derjenige, Welcher Sich den Patriarchen persönlich gezeigt hat. Adam, Noah, Abraham, Isaak, Jakob und Moses haben das Evangelium verstanden.“ {Ellen White: PP 366.1} 
  • „Die Bibel offenbart uns klar das Verhältnis zwischen Gott und Christus und man sieht dabei eindeutig die jeweilige Persönlichkeit und Individualität Beider. [an dieser Stelle hat EGW den Abschnitt aus Hebräer 1,1-5 platziert] Gott ist der Vater Christi. Die erhobene Position wurde Jesus gegeben. Alle Räte Gottes wurden Seinem Sohn geöffnet.“ {Ellen White: 8T, p. 268, 1904

Bedeutet „zwischen Gott und Jesus“ „zwischen dem dreieinigen Gott´ und Jesus“? Dann müsste Christus zweimal existieren: einmal als Teil der Dreieinigkeit und einmal als separates Individuum! Räte Gottes sind Gremien, in denen Gott Entscheidungen trifft. „Alle Räte Gottes wurden Seinem Sohn geöffnet.“ 

Auch hier sieht man, dass Gott keine Dreieinigkeit ist, denn wäre Gott ein Trio, dann wäre der Sohn zusammen mit den „zwei Anderen“, dem Vater und dem heiligen Geist, von Natur aus bei allen Räten Gottes dabei. Aber dem Sohn wurden alle Räte Gottes geöffnet, d.h. Gott ist über dem Sohn und der Sohn ist unter dem Vater! 

Die Lehre, dass diese drei gleich und ohne Anfang seien, ist falsch! Warum ist der heilige Geist nicht als „drittes Göttliches Wesen“ beim Rat anwesend? Weil der heilige Geist vom Vater ausgeht.

In Hebräer 1,1-4 haben wir gelesen, dass Gott, der Vater, die Welt durch Jesus erschaffen hat. Wurde etwa auch die Welt erst bei Seiner Auferstehung erschaffen, wenn diese Verse wirklich die Auferstehung beschreiben würden? 

Hat Jesus alles durch oder für Seinen Vater erschaffen oder Sein Vater durch Ihn? Wir haben auch gelesen, dass Jesus unsere Sünden gereinigt hat, was nicht Seine Auferstehung, sondern Sein Werk der Erlösung und den Tod beschreibt. 

Wenn Jesus im Rahmen der Dreieinigkeit nur die Rolle des Sohnes tragen würde, hätte Er dann nicht erhoben werden müssen, weil Er nach dieser Lehre der Dreieinigkeit auch auf der Erde die vollständige Göttliche Natur gehabt habe, die durch das Kleid aus menschlichem Fleisch und Blut verhüllt gewesen sei. 

Dieses Thema ist im Kapitel über Seine Natur präzise ausgelotet. Eine erhobene Position bedeutet keine Auferstehung! 

Jesus hat diese Position von Seinem Vater und der Vater hat nie eine Position vom Sohn bekommen. Nur der Vater ist über allem und jedem, und als Solcher entscheidet nur Er die Position aller anderen. Das Wort ´gemacht´ bedeutet Passivum und nicht Aktivum! Jesus hat nicht Sich Selber geboren! 

Die Bibel setzt die ersten fünf Verse chronologisch fort:

  • „Und wie Er den Erstgeborenen WIEDERUM in die Welt einführt, spricht Er: ´Und es sollen Ihn alle Engel Gottes anbeten!´ Von den Engeln zwar heißt es: ´Er macht Seine Engel zu Winden und Seine Diener zu Feuerflammen´; aber von dem Sohn: ´Dein Throno Gott (θεοζ) währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter Deines Reiches ist ein gerades Zepter; Du hast Gerechtigkeit geliebt und Ungerechtigkeit gehaßt, darum hat Dich, Gott (Herr – Adonai – θεοζ), DEIN Gott (HERR Jehova θεον) mit Freudenöl gesalbt, mehr als Deine Genossen!“ {Hebräer 1,6-9}

Im griechischem Original stehen unterschiedliche Bezeichnungen von Gott dem Vater (θεον) und Seinem Sohn Jesus (θεοζ)! Nur das Wort θεον bzw. Theobezeichnet den wahren Gott ohne Anfang, während das Wort θεοζ bzw. Theoein Göttliches Wesen (mit Anfang) bedeutet. Warum würden ansonsten unterschiedliche Worte sowohl auf Altgriechisch als auch auf Neugriechisch existieren, wenn beide die gleiche Bedeutung tragen würden?

Jesus ist unser Gott, und Sein Vater ist Sein Gott und unser Gott! ´Wiederum Einführen´ bedeutet die Auferstehung und betont, dass bis zum sechsten Vers nur die erste himmlische Geburt Jesu beschrieben wurde. ´Wiederum Einführen´ bedeutet, dass Jesus durch die Auferstehung wieder vom Vater ausging. 

Und auch, dass Er Seine vor Seinem Kommen zur Erde beim Vater abgelegte Göttliche leibliche Natur und Leben wieder vom Vater zurück bekommen hatte! Jesus hatte auf der Erde zwei Naturen: körperlich Mensch, als Person Gott. Aber die leibliche Göttliche Natur musste Er beim Vater lassen, sonst hätte Er nicht für uns am Kreuz wörtlich sterben können! 

Gott ist in Seiner Natur absolut unsterblich! Die Aussage des Vaters, dass Jesus von allen Engeln angebetet werden soll, bedeutet nur, dass Jesus als Göttliches zurück kam, und dass der Vater das Opfer Jesu angenommen hat.

  • “Gott hat versprochen, dass Er Seinen himmlischen Erstgeborenen geben wird, um die Sünder zu erretten.” {Ellen White: DA, p. 51} 

Leider werden die Verse über Seine irdische Auferstehung in der Apostelgeschichte 13,32 und in Psalm 2,7 so ausgelegt, dass diese mit dem ganzen ersten Kapitel vom Brief an die Hebräer verbunden sind, und nicht so wie es richtig ist, erst ab dem sechsten Vers und weiter. 

Aber, selbst wenn diese zwei Ausschnitte aus der Bibel nur die irdische Auferstehung beschreiben würden, würde dieses nicht bedeuten, dass Jesus „nur“ auf der Erde Sohn war. Wir konnten an allen anderen Stellen eindeutig erkennen, dass Er seit immer Sohn war, was natürlich auch Seinen irdischen Aufenthalt und Seine Auferstehung auf der Erde beinhaltet.

Die neueste Behauptung im Rahmen der Dreieinigkeit besagt, dass Jesus nicht am Kreuz starb, und nach dem Ruf des Vaters Sich Selber im Grab auferweckt habe. Es ist ein blasphemischer Ansatz, dass Jesus nicht wörtlich für unsere Sünden gestorben sei, und die Ablehnung Seines Opfers für uns!

Warum kommt die falsche Auslegung von Hebräer 1,1-5? Weil gerade in diesen Versen zu lesen ist, dass Jesus wörtlicher Sohn ist, was die „Argumente“ für die Dreieinigkeit vollständig entfernt. Es existiert kein einziges Zitat von Ellen White, in dem die ersten fünf Verse mit der Auferstehung verbunden sind. 

Die Beschreibung der irdischen Mission Jesu in Römer 1,3 lässt uns wissen, dass Jesus auf der Erde aus dem Samen Davids geboren wurde.

Die Verwendung dieser Worte als „Beweis“, dass Jesus „nur“ auf der Erde Sohn war, ist absolut sinnlos. Als Jesus Mensch wurde, hat Er auch die menschliche Kette Seiner Vorfahren von Adam bis David  und Jesus abgeschlossen.

Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch Erstes Gebot oder die Dreieinigkeit in dem alle Zitate von Ellen White zusätzlich auch auf Englisch stehen.

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